Sterne des Sports 2017

Tirol, Tirol – eine GäMSenfahrt

2018 ist ein überaus erfolgreiches Jahr für uns GäMSen. Nach dem 1 .Platz der Sterne des Sports auf Bundesebene, dem großen goldenen Stern mit toller Siegerehrung in Berlin und der erst kürzlich ausgelobten Nominierung für den Deutschen Engagementpreis 2018, geht es weiter steil bergauf. Da ist es nicht verwunderlich, dass genau dieses Jahr wieder eine große GäMSen-Fahrt anstand, deren Planung natürlich weit vor den diesjährigen Erfolgen begann.

Die GäMSen mit Moni und Toni, unseren Gastgebern im „Gurgeltalblick“

Die Wahl des Ortes fiel nach vorheriger Recherche und Erprobung auf Nassereith, einer kleinen Gemeinde des Bezirkes Imst in Tirol, Österreich.
Im Gasthof Gurgtalblick empfingen uns die zwei liebenswerten Gastwirte Moni und Toni, die uns 48 GäMSen mit Ihrer großen Hilfsbereitschaft und Freundlichkeit einen Bärendienst erwiesen und die Ihr Hotel in der Woche kurzerhand mit selbstgebauten Rampen und „allem-irgendwie-möglich-machen“ in eine wunderbare Herberge für uns wilden Haufen verwandelten. Vielen lieben Dank an euch und euer Team! Ihr seid spitzen Gastgeber!

Moni nimmt die von Andreas „Uhrenmeister“ selbstgemachte und berühmte GäMSen-Uhr entgegen

Der Mensch versucht meist den Vergleich zu Vergangenem zu ziehen und man ist geneigt, das eine mit dem anderen zu messen. Auch wir GäMSen unterliegen einer Entwicklung, einer Dynamik, als Gruppe und als Gemeinschaft und alles ist im steten Wandel und irgendwie anders und das gilt es auch immer so zu nehmen wie es kommt, ebenso, wie es unsere Erkrankung mit sich bringen kann. Und aus diesem Blickwinkel betrachtet, bot die Fahrt im Vergleich zu den Vorjahren viel Neues, viele neue Herausforderungen, nicht zuletzt dadurch, dass wir zu einer großen Truppe herangewachsen sind. Viele derjenigen die auch im Jamtal, unserer ersten Fahrt dabei waren konnten feststellen, dass es andere Möglichkeiten gibt wenn man in einem Ort, im Tal, umgeben von Bergen und zig Möglichkeiten, auf Mobilität und Flexibilität angewiesen und eingestellt sein muss. Im Jamtal 2015 hatten wir die Hütte auf dem Berg, unser Gebiet war klar abgesteckt und nun, 2018 boten sich uns Ausflusgziele an, die es in Anfahrtsweg, Tagesplan und persönlichem Rahmen zu organisieren und einzuschätzen galt.

Beginnen wir mit der Fahrt als solche. Für das Klettergebiet nicht angemessen schien ein großer gemeinsamer Bus zur Anfahrt und für die Vorort-Fahrten. Zu eingeschränkt wäre man gewesen und hätte nicht auf die unterschiedlichen Bedürfnisse unsere Handicapler eingehen können. Mit Kleinbussen, 4 Stück an der Zahl und dem ein oder andere Privatfahrzeug waren wir bestens ausgerüstet und konnten individuell und parallel die angebotenen Tagesaktionen ansteuern.

Organisation ist alles – die morgendlichen Abfahrten bedurften einer aufwendigen und teils anstregenden Abfrage verschiedenster Punkte. Hat jeder das, was er für den Tag braucht? Braucht jemand Unterstützung beim Einladen? Wer fährt mit wem? – Und Überhaupt: Sind alle da?

Das führt uns direkt zu Punkt zwei, den

Tagesaktionen

Mit knapp 50 Menschen gar nicht so einfach und jeder bringt zudem eine andere Tagesform mit sich. Was macht man also? Man bietet verschiedene Pakete an und was sich tatsächlich wie der Traum eines Faultieres auf Wellness-Urlaub all inclusiv anhört, war bei uns GäMSen in der Woche Realität. Wozu habe ich heute Lust? Ich habe die freie Auswahl!

Unsere Helfern und Mitstreitern, den Planern und Nachdenkern, den Mutmachern und Vertrauenspersonen: Allen gilt unser riesen Dank!
Nichts ist selbstverständlich. Freizeit wird hergegeben, uns eine Auszeit, ein Erlebnis, neuen Mut zu schenken, – das ist nicht hoch genug zu schätzen und sollten wir ab und an einfach mal im Hinterkopf behalten, denn auch das ist eine Merkmal unserer Gruppe: Das soziale Miteinander, – dass was uns zusammenschweißt. Jeder nimmt sich hierfür ein Stück zurück, so und nur dann kann die Gemeinschaft gelingen.

Am ersten Tag nach der Anreise gab es eine erste gemeinschaftliche Aktion das Klettergebiet zu erkunden und allen den Eindruck zu geben, was uns in dieser Woche erwartet. Es ging an die Engelswand in das Klettergebiet Tumpen, einem anfängerfreundlichem Klettergebiet im benachbarten Ötztal. Nahegelegene WCs und eine recht ebenerdige Infrastruktur boten uns GäMSen einen guten Platz und ausreichend Routen, die wir bewältigen konnten.

Ankunft am Parkplatz des Klettergebietes Tumpen und ihrer Engelswand.
Der Weg zur Engelswand, bis auf etwas Schotter am Ende der asphaltierten Straße, gut zu erreichen.
Die Routen sind eingerichtet, die GäMSen sind „heiß“
Ausruhen für den Weltfrieden – oder ein jeder wird mal müd´ – Danke dir, Oh du Sonnensegel

Das zweite Klettergebiet tat sich in Längenfeld auf. Über einen kleinen Parkplatz mit Toilette, ging es über einen Trampelpfad  einer Kuhweide und parallel zu der benachbarten Ziegengehege zum Fels, der mit vielen Routen ebenfalls Spots bot, immer berücksichtigend, welcher Einstieg für wen unserer GäMSen machbar wäre. Ganz zauberhaft war die Umsicht unserer Helfer, jedem die Chance zu geben, nach seinen Möglichkeiten die Wand zu bezwingen. Unermüdlich wurde in den Routen gesichert, die Routen neu eingerichtet oder mit Rat und körperlichem Einsatz  manch eine „müde GaMS“ an die Wand gebracht.

Björn verteilt Kusshände…
…und der Rest schaut ihm dabei zu
Und dann kam auch noch ne Kuh – aber Karin hat mit ihr „geredet“ . Ein kleiner, sehr mutiger Stups und die Decke wurde nicht weiter angeknabbert.

Das unterschiedliche Potential der Gruppe im Blick wurde auch das Begehen eines Klettersteigs beim Stuibenfall ermöglicht. Man merkte der Truppe bei der Heimkehr an, dass sie an diesem Tag wundervolle Natur und große körperliche Leistung lohnend in Einklang brachten und man blickte in teils erschöpfte aber umso mehr selige Gesichter. Einen großen Dank an Thomas, der den Steig vorrausschauend und in Blick auf jeden der Teilnehmenden plante und den Tag für einige von uns unvergessen gemacht hat!

Drahtseil-Tanz über dem Wasserfall

Eine weitere Aktivität war der Pitztal-Gletscher, Tirols höchste Spitze. In der Gemeinde St.Leonhard gelegen, am Ende des Pitztals, ging es mit der Bergbahn hoch hinauf. Der Gletscher-Express beförderte uns auf die erste Plattform, auf 2840m, wo es dann mit der Wildspitzbahn, einer Gondel hinauf auf die Aussichtsplattform mit Rundumblick in die Bergwelt Tirols ging. Mit dem Rollstuhl die 3440m zu erreichen ist allein schon ein Erlebnis und schenkt einem einen unvergesslichen Moment trotz Behinderung, diese traumhafte Aussicht genießen zu können. Auf der Sonnenterrasse mit Panorama-Rundumsicht genossen wir diesen tollen Ausflug in vollen Zügen.

Der Gletscher-Express. Im Gepäckabteil fanden alle Rolli-Fahrer Platz, auch wenn der ein oder andere Rollator da noch Platz auf dem Schoß finden „musste“
Die Wildspitzbahn – die Gondeln wurden durch Mitarbeiter verlangsamt, jeder Rollifahrer und auch die Rollatoren-Gänger konnten bequem ein- und aussteigen
Toni – unser Mann für den Gletscher-Express
Bergpanorama auf 3440m

Bereicherungen

Die Gruppe wächst und das ist eine Bereicherung. Denn sie wächst nicht nur mit zauberhaften neuen und auch mal –Verzeihung- reiferen GäMSen  (euer Zuspruch für die Helfer und die spendierten Getränke war eine tolle Geste einmal Danke zu sagen- Eine klasse Aktion !!), die Gruppe wird auch in Bereichen erweitert, die ab davon liegen, Klettersport zu betreiben.

Ein neuer Bereich dieser Reise schaute auf die Seele unserer Menschen mit Behinderung. Wie geht es uns eigentlich? Was tun wir um uns zu entspannen? Wie halten wir Rückschläge aus? Wie können wir uns bestärken? Anke und ihr Mann André waren dieses Jahr unsere Gaststar-GäMSen in dieser Fragestellung. Anke bot als Heilpraktikerin für Psychotherapie ( Ihr erinnert euch an Petras Erfahrungsbericht ) ein tolles Programm, parallel zum Sportgedanken der Gruppe. Mit Meditation, Entspannung und der Möglichkeit zum persönlichen Gespräch, hatten wir GäMSen einen Zugewinn, für den wir uns ganz herzlich bedanken möchten.

Mit dem Rolli kneippen? Kein Problem!

In der Nähe des Hotels liegt ein Kneipp-Becken mitten im Wald. Gut auch mit dem Rollstuhl zu erreichen. Während an manchen Tagen viele von uns, das eiskalte Becken als neue Mutprobe sahen; Peter und Natascha sind die ungekrönten Langzeit-Steher dieses beißenden Teufelsbeckens, bot der Ort auch einmal die Möglichkeit eine „Berg-Mediation“ auszuprobieren. Wir stellten uns unseren Lieblingsberg vor und durch unsere Vorstellungskraft wurden wir zu diesem Berg, mit allem was einen Berg ausmacht: Massivität, Größe, Strahlkraft und Beständigkeit oder was eben ein jeder mit einem Berg assoziiert. Anke ist eine tolle Leitung für diese „Reisen“ und wir haben für uns viel mitnehmen können und Anregungen erhalten Entspannung und Achtsamkeitsübungen in unseren Alltag einfließen zu lassen. Ganz große Klasse, Anke und lieben Dank für deinen Einsatz!

Mitten im Wald – ganz entspannt
Zusammenfinden konnte man sich gut auf der Außenterasse des Hotels

War einer GaMS mal nicht nach sportlicher Aktivität boten sich auch in Nassereith selber Möglichkeiten der Freizeitgestaltung. Den Ortskern konnte man u.a. durch den Wald am Kneipp-Becken vorbei über ebenmäßigen Waldboden recht schnell erreichen. Dort fand man neben Supermarkt und Kiosk auch einen kleinen Badesee, der zur Erfrischung der müden Knochen beitrug und eine Eisdiele mit vielen leckeren Eiskreationen zur Auswahl.

Gemütliche Abende bei Gitarre und Klatsch gab es auch

Uns GäMSen war eine bunte Auswahl gegeben und wir konnten viele unterschiedliche Eindrücke und Erlebnisse mit nach Hause nehmen, jeder für sich und alle gemeinschaftlich. Auch in einer großen Runde findet jede GaMS ihren Halt und ihren Platz, dass jedes mal aufs Neue zu prüfen sollte in unserem aller Interesse sein. Eine letzte Abstimmung vor der Abreise hat ergeben, dass sich die GäMSen auch in Zukunft die Bergwelt von unten erschliessen wollen. Wir sind gespannt, welchen Ort wir uns beim nächsten Mal ansehen dürfen, vielleicht in 2021?

 

Ein Tag und eine Nacht unter Freunden

Geschichten über Freundschaften gibt es viele, doch die Geschichte die uns mit dem Sauerland und den dort lebenden Braunshausenern verbindet ist eine echt einmalige und wunderbare.

Wir GäMSen lernten den Sportverein Grün-Weiß Braunshausen 1974 während der Veranstaltungen rund um die Nominierung des Goldenen Stern des Sports 2017 kennen. Zunächst In Düsseldorf bei der Verleihung des silbernen Sterns, wo Braunshausen nur knapp am Sieg vorbei schlitterte und später dann in Berlin, wo es um den goldenen Stern ging.  Diese besondere Truppe gewannen am Vorabend der Preisverleihung des Bundesfinals in Berlin,  den grandiosen 2.Platz des Publikumpreises.

An diesem besonderen Abend trat das Braunshausener „Orakel“ Karl-Heinz in Aktion und prophezeite den GäMSen den klaren Sieg im Finale um den goldenen Stern.

Darauf gab unser GäMSen-Peter folgendes Versprechen an die sympathischen Braunshausener: Für den Fall, dass die GäMSen tatsächlich den 1.Platz der Sterne des Sports 2017 gewännen, würden wir eine Party  gemeinsam mit allen Braunshausenern, in Braunshausen im Sauerland veranstalten. Bier und Grillfleisch würden die GäMSen mitbringen.

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Artikel im Sauerland Kurier mit der Ankündigung des gemeinsamen Feierns
Was geschah? Die GäMSen kamen, siegten  und….feierten gemeinsam am 30.06.18 mit den Braunshausenern die Super-Freundeparty.
Oberhalb des frisch eingeweihten neuen Dorfplatzes folgten, sehr zu unserer Freude, etliche Braunshausener unserer Einladung.

 

Das Wuppertaler Brauhaus,  in Person des Herrn Hubingers, stiftete für diesen besonderen Tag sein Wuppertaler Bräu vom Fass, sowie riesen Mengen an Würstchen und Steaks. Es ist müßig zu erwähnen, dass das Wuppertaler Bier auch den zunächst skeptischen Sauerländern schmeckte. Die Braunshausener ihrerseits hatten sich um die gesamte Orga, Festzelt und alles Andere gekümmert, wie auch um Getränke die nicht mit dem angenehmen Zusatz des Alkohols versetzt waren. Die Braunshauserener haben uns gezeigt, dass viele aus ihrem Kreis immer zur Stelle sind, wenn es darum geht zu helfen. Trotzdem muss hier ganz klar ein Kreis von liebenswerten Menschen hervorgerufen werden, nämlich auf der einen Seite die unermüdliche Elke, ohne die nichts gegangen wäre. Sie war der treibende Geist hinter all dem, aber nichts desto trotz wäre wohl auch ohne die Familie „Lingen“, mit Günther, Uli und Karlheinz nichts aus der Party geworden. An dieser Stelle einen riesen tollen Dank an sie Alle und all die helfenden Hände, die sich um uns Gäste so nett bemüht haben. Hier gebührt Reinhilde ein Ehrenplatz, sie hat tapfer als Letzte bei den GäMSen ausgehalten und mit ihnen in den Morgen gefeiert.

Von Verein zu Verein wurden Geschenke und Andenken ausgetauscht.
Unser GäMSen-Peter mit dem tollen Geschenk der Braunshausener : Unser Gruppen-Erinnerungsfoto auf Leinwand !

Dank auch an unsere Helfer Maike, die den Transport von Bier- Fleisch und GäMSenpeter am Vortag übernahm und liebsten Dank an Caro und Flo, die uns alle mit riesen Ausdauer am Grill verköstigten. Auch Britta, unser Bankdame, die uns bereits nach Berlin begleitete, nahm mit ihrem Mann am Fest teil, ebenso wie ihr Sauerländer Gegenstück, Frank Segref.

Elke nahm für Ihren Verein stellvertretend die originale “ GäMSen-Uhr“ unseres Uhrmeisters Andreas entgegen

Als „weit angereiste Gäste“ nächtigten etliche
GäMSen im Ort, größtenteils im extra zur Verfügung gestellten Vereinsheim des Dorfes. Am nächsten Morgen beim gemeinsamen Frühstück klang das schöne Wochenende mit den Braunshausenern aus.

Ein extra angefertiges Willkommens-Plakat für uns GäMSen <3
Die Uhr hat ihren Ehrenplatz bekommen

Wir GäMSen bedanken uns herzlich für die Gastfreundschaft und wir freuen uns auf ein Wiedersehen, nächstes Jahr, das steht schon fest!

In den frühen Morgenstunden wurde manch einer gar noch kletterwütig.

 

Gemeinsam geht es hoch hinauf

Glücksgefühle, wenn „GäMSen“ zum 1. nationalen Paraclimbing- Wettbewerb 2018 des DAV Karlsruhe fahren.

„1. Nationaler Paraclimbing-Wettbewerb“ klingt interessant und —

war es auch!

Doch der Reihe nach. Als bei uns Gämsen die Information über den 1. nationalen Paraclimbing Wettbewerb aufschlug, haben wir uns mutig und spontan mit sechs Gämsen angemeldet. Warum auch nicht. Wir wollten ja einfach nur mal schauen, was das ist.

Die Konsequenzen wurden uns erst kurz vor dem Stichtag klar, als langsam die Erkenntnis reifte, das wir dort vor den Augen der Zuschauer als Teil der Athleten klettern würden, das Hotel und die Bahnfahrt gebucht waren und es somit kein Zurück gab.

Wahnsinn, was hatte uns da nur geritten?

Also haben wir uns am Vortag des Wettbewerbs zu sechst auf die Reise zum DAV Kletterzentrum in Karlsruhe gemacht. Einige fuhren mit dem Zug und andere mit dem Pkw.

Interessanterweise verlief der Abend noch völlig relaxt. Wir hätten vielleicht nur nicht so lange klönen und vor Mitternacht ins Bett gehen sollen.

Dementsprechend müde und schon ein wenig aufgeregter sind wir dann am nächsten Morgen zum Kletterzentrum gefahren.

Dort angekommen haben wir sogleich die besondere Atmosphäre verspürt. Armin Kuhn und das gesamte Orga-Team haben uns herzlichst in Empfang genommen. Jetzt nur schnell noch die Wettkampf-T-Shirts holen und dann fix einen Blick in die Kletter- und Boulder-Halle werfen und die Routen studieren.

O.K. Vom ersten optischen Eindruck her sahen sie eigentlich ganz einfach aus. Dem war aber gar nicht so! Der Punkt „Routenlesen“ ist wohl noch ausbaufähig.

Nach den üblichen Begrüßungsreden fiel dann auch pünktlich um 10:00h der „Startschuss“.

Unfassbar, wie der Puls nach oben schnellte und die Aufregung durch die Decke ging. Dazu kam diese irre Hitze des Tages. Wir Neuros mögen das ja nicht wirklich. Glücklich waren die, die ein Kühlshirt dabei hatten.

Und dann waren da natürlich auch noch diese „lästigen“ Gedanken, wie es wohl mit den uns nicht vertrauten Sicherungspartnern klappen würde. Doch glücklicherweise war diese Sorge mit dem ersten Kontakt wie weggeblasen. Stattdessen waren wir dankbar für ihre unterstützenden und motivierenden Worte, die uns viel Mut machten.

Klettermodus:

An kurzen Routen in der Boulderhalle kletterten:

  • Sehbehinderte
  • Rollstuhlfahrer

Alle anderen Teilnehmer kletterten an langen Routen in der eigentlichen Kletterhalle. Sie wurden unterschieden nach:

  • Armamputierungen
  • Beinamputierungen
  • geistige Behinderungen
  • neurologische Behinderungen

Darüber hinaus wurde nach Damen und Herren unterschieden, so dass sich insgesamt 12 Wertungen ergaben.

Übergreifend galten folgende Regeln:

  • geklettert wird ausschließlich im Toprope
  • keine offizielle Zeitbegrenzung, wobei 5 Min. pro Route nicht überschritten werden sollten
    (Ausnahme Rolli-Fahrer: 20 Min.)
  • gesichert wird durch erfahrenes Sicherungspersonal des Veranstalters
    (eigenes Sicherungspersonal kann eingesetzt werden)
  • geklettert werden maximal 6 Routen (Laufzettel)
  • je erreichte Höhe gibt es die angeschriebene Punktzahl
    (kurze Routen maximal 5, lange Routen maximal 10 Punkte)
  • die Summe der erreichten Punkte aus allen Routen ergibt die Platzierung
  • Bei Gleichstand kommt es zu einem Stechen

Äußerst bewegend waren die Kletterleistungen dreier gleich platzierter armamputierter Damen. Hierbei schienen die Emotionen im Publikum regelrecht überzukochen.

Bei der Preisverleihung konnten es einige von uns gar nicht glauben, als ihre Namen von Armin aufgerufen wurden und es war schon sehr bewegend auf dem Siegertreppchen gestanden zu haben. Hierbei spielte es keine Rolle, ob es sich um den ersten, zweiten oder dritten Platz gehandelt hat.

Wahnsinn: Wir konnten es kaum glauben so gut abgeschnitten zu haben:

  • Damen Rollstuhl: Sanna 1. Platz
  • Damen neurologische Behinderungen: Birgit 2. Platz
  • Damen neurologische Behinderungen: Magdalena 3. Platz
  • Herren Rollstuhl: Achim 3. Platz
  • Herren Rollstuhl: Norbert 4. Platz
  • Herren neurologische Behinderungen: Frank 9. Platz

Zu Franks Ehrenrettung sei gesagt, dass er geklettert ist wie der Teufel aber in einem Feld von 12 Teilnehmern, davon 6 Athleten aus dem Nationalkader, einfach nicht besser abschneiden konnte.

Eins ist sonnenklar: Wir kommen wieder! Das ist sooooooooo sicher für uns GäMen

Text: Magdalena Felderhoff, Thomas Raddatz

 

LaPaDu 2017

      Da unsere Kletterfahrt in die Sauerlandhütte klettertechnisch in’s Wasser gefallen war, versuchten wir es am 02.09.2017 im Landschaftspark Duisburg, auch LaPaDu genannt. Das die Lokalität spektakulär ist und ihresgleichen sucht, muss niemandem erklärt werden, der jemals dort war.
      Zusätzlich gab es als Besonderheit auf dem Gelände die größte Sandburg der Welt, mit 16,68m Höhe und aus 3500 Tonnen Sand bestehend, zu sehen. Leider durften wir sie nicht bekletten, irgendwie schade.

Der Tag selber war einer jener Traumtage, mit Sonne satt und Temperaturen um 25°C, also schlichtweg ideal.

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Es waren reichlich „Gämsen“ gekommen und jeder brachte etwas zu Essen mit. Horst mit seiner Frau Sonja, beide aus der Sektion Duisburg und diejenigen, die LaPaDu klettertechnisch aufgebaut haben und fürsorglich betreuen, waren wie so oft auch zur Stelle und hatten vieleTips, an welchen Routen wir uns am Besten ausprobieren konnten.

Die Einen kletterten was das Zeug hielt,

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und Andere genossen einfach die Ruhe und die Wärme.

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Alle aber taten das, was sie taten, mit echter Hingabe. Dennis und Lutz stiegen dann mit allen die Lust dazu hatten in den Klettersteig ein, der wie wir wissen, nicht gerade zu den leichten gehört. Nach einer Einweisung von Dennis, was ein Klettersteigset ist und wie es genutzt werden muss, ging es dann los. Dennis vorneweg, Lutz in der Mitte und noch ein Geübter am Ende.

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Diejenigen, die zum 1. Mal in so einem Klettersteig unterwegs waren, merkten schnell, dass da mehr dran hängt, als im 1. Moment so ersichtlich ist. Nicht zuletzt ist ja durchhalten angesagt, denn abbrechen geht nur an wenigen Stellen. So wie es aussah, hatten aber Alle viel Freude daran und waren mit ihren Leistungen zufrieden.

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Es war ein rundweg toller Tag und wir werden sicherlich wieder kommen. Die Fotos die hier zu sehen sind, sind bis auf eines alle von Horst, der mir 148 Stück auf eine DVD gebrannt und zugeschickt hat. Vielen Dank für deinen Einsatz Horst.

„Bericht Peter“

Sauerlandfahrt 2017 – Außer Regen nichts gewesen?

 

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Von wegen!

Die Kraft der Gemeinschaft. Das war es, was die GäMSen bei der diesjährigen Kletterfahrt ins Sauerland wohl am ehesten genießen konnten. Als Felsenklettertour geplant, improvisierten wir, durch Dauerregen geplagt und fuhren am ersten Tag in eine nahegelegene Kletterhalle nach Willingen.DSC_1122

Die Routen in dieser Halle waren größtenteils schwierig und entsprachen meist nicht der Einschätzung der Routenschrauber, was aber einige von uns, u.a. Simone, eine unserer „neueren“ GäMSen nicht davon abhielt  den Überhang zu klettern. Eine richtig klasse Leistung, welche mit Jubel und Applaus gehuldigt wurde. DSC_1173Während es selbst durch das Hallendach regnete wüteten aber auch die anderen GäMSen in diesen unsäglichen Routen, bezwangen die Wände und frei nach dem Motto: „Sauerland, wo die GäMSen noch wilder als deren Kühe sind“, trotzen sie dem Wettergott, der sich draußen ebenfalls auszutoben schien. DSC_1128All das tat der Stimmung keinen Abbruch.  Die GäMSen sind einfach stark.

Eine neue Erfahrung bot sich dann bei einem Bogenschießen-Schnupperkurs. Nach kurzer Einweisung erprobten sich 10 unserer GäMSen an der Heu-Zielscheibe, lernten was eine Nocke ist und konnten sich in Körperspannung, Konzentration und Feinmotorik, u.a. beim Auflegen des Pfeils auf den Bogen, üben. Schnell 2hatten wir den sprichwörtlichen Bogen raus und wir lernten, dass diese Sportart  unter oben genannten Gesichtspunkten für uns Hanidcapler eine sich sehr lohnende Sache ist. Ein toller Einblick der allen viel Freude machte.

Zurück zur Gemeinschaft.  Die Sauerlandhütte des DAV in Neuastenberg bot uns, wie auch die Jahre davor, einen kleinen aber feinen Unterschlupf. Die Herausforderung besonders mit Rolli und viel Gepäck und ohnehin einer größeren Truppe dort zu hausen, zu kochen und zu nächtigen ist schon enorm. Auch dieses Mal wurden zusätzliche Toiletten vor der Hütte bereitgestellt, – unserem Bedarf und der Gruppengröße angemessen.1 Beim gemeinsamen essen, klönen, lachen und spielen waren es auch die Einblicke in Mehrseillängen-Klettern, dargestellt von unserem Thomas, oder die Gesangseinlagen mit Gitarrenbegleitung, welche uns den Aufenthalt angenehm gestalteten und über das grausam schlechte Wetter hinwegtrösteten. DSC_1079Stets hervorragend versorgt mit Speis und Trank, arbeitete jeder fleißig fürs Wohl aller mit, besonders unser Andreas, der uns als Grill-Meister Leckeres auf die Teller bescherte. Einen riesen Dank auch an die Kuchenbäcker, Salat-Versorger und Snack-Lieferanten.

DSC_1262Für unsere Erstlinge, sprich die neueren GäMSen unter uns, ging es am zweiten Tag auf eine kleine Tour zur Steinkuhle. Das der Hütte nahegDSC_1227elegene Plateau mit Schiefergestein bot uns die letzten Jahre immer den Anlauf- und Einstiegspunkt ins Felsenklettern.  Mit Bänken und kleinem Unterstand versehen, gestaltet sich dieser Platz als nahezu ideal für unsere Gruppe, die sich dort nach Belieben ausbreiten und einrichten kann.

Nun standen wir da, der vermeintlichen Lücke im Dauerregen folgend, wurden pudelnass, als es sich dann doch wieder über uns niederschlug und kurzeitig schaute der ein oder andere schon etwas bedröppelt drein. 3Ans Klettern im Freien war nicht DSC_1257zu denken, viel zu nass und gefährlich war es am Fels, aber man konnte mit fachkundiger Hilfe zumindest gedanklich den Routen am Felsen folgen und sich so über eine Aussicht auf kommende Gelegenheiten freuen.

Nach dem  obligatorischen GäMSen-Gruppenfoto stiefelten die noch DSC_1236Fitten unter uns heim, während es für andere im GäMSen-Taxi zurück zur Hütte ging.  Den Abend ausklingend mit gemeinsamen grillen und chillen lachten wir den grau-nassen Himmel einfach weg.

 

Wie so oft erwähne ich hier an der Stelle, wo ein Einblick in einer unserer Fahrten endet, welch tolle und wunderbare Truppe die GäMSen sind. Und auch diesmal komme ich nicht umhin dies zu erwähnen. Die Gruppe gibt einigen von uns, so mag ich behaupten, sehr viel. Man erfährt Halt, das aufeinander Achtgeben und auch mal das nötige in den Hintern treten. Und selbst das mieseste Wetter lässt uns GäMSen immer noch einen Grund finden nicht Trübsal zu blasen, sondern das Beste aus allem und jeder Situation zu machen. Eben genauso wie es für uns und unsere Erkrankung nicht immer alles heiter Sonnenschein ist. In diesem Sinne: Die GäMSen machen weiter….

Kati

 

 

 

Weihnachtsfeier 2016

dsc_0727Ihr GäMSelein kommet...

Wie es die Tradition will, trafen sich die GäMSen am gestrigen Samstag nicht nur zum Klettern und zur obligatorischen Jahreshauptversammlung, sondern auch zu einer gelungenen und gemütlichen Weihnachtsfeier in den Seminarräumen der Wupperwände.

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Für das leibliche Wohl war umfassend gesorgt.

Jede Menge Selbstgebackendes fand sich auf den weihnachtlich dekorierten Tischen. An alle fleißigen Bäcker-GäMSen und Dekorateure ein herzliches Dankeschön. Unsere 2 Kleinsten entdeckten ihr Kellner-Talent und versorgten mit Bestellschein und Tablett ausgerüstet die Truppe mit Getränken. Danke euch Beiden !

Dank unseres Andreas hatten wir zudem ein tolles, herzhaftes Buffet, welches uns  alle satt und glücklich machte. Suppe, Fisch, Geschnetzeltes, Gemüse…. Lecker!

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Für die GäMSen neigt sich ein ereignisreiches Jahr 2016 dem Ende zu. Für unsere Fahrt ins Sauerland im Mai diesen Jahres ziehen wir positive Bilanz. Wir freuen uns jedoch, wenn wir in Zukunft noch mehr auf die Bedürfnisse unserer stärker betroffenen GäMSen eingehen können und hierfür wird in der nächsten Zeit einiges umgesetzt. Auf ein gesundes, erfolgreiches und weiterhin tatkräftiges neues Jahr 2017.

-Die GäMSen-

 

Ehrensache

Wir GäMSen lieben unsere Helfer und Unterstützer, ohne Sie geht es nicht. Sie sind diejenigen, die es uns ermöglichen an der Wand zu bleiben, Hürden zu überwinden und da, wo eine helfende Hand gebraucht wird, einzustehen.

Einer dieser Helfer ist unser Thomas.

Vor ein paar Tagen hatten wir Besuch einer Redakteurin und eines Fotografen der Zeitschrift „Wir sind OBI“. Sie stellen u.a. Mitarbeiter OBI´s in ihrem ehrenamtlichen Engagement vor.

Es war unserer Truppe natürlich ein besonderes Bedürfnis unseren Thomas tatkräftig zu unterstützen. Wir kletterten was das Zeug hielt. Welches übrigens bei Thomas, wenn man bei ihm im Seil hängt, ein Leichtes ist, – er stärkt uns humorvoll den Rücken und hat dabei immer den feinen Blick für gute Ratschläge. Er strahlt die Ruhe und Sicherheit aus, die man braucht um oben anzukommen.

Es ist ein gelungener Artikel entstanden, den ihr unter Presse findet, oder einfach diesem Link hier folgt :

“ Wir sind OBI“ 10/16 – Ein Artikel über Thomas

Viel Spaß beim Lesen!