Gruppenfahrt zur Sauerlandhütte 2016

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Das war unser 2. Gruppenfahrt zur Sauerlandhütte und ursprünglich waren 32 Gruppenmitglieder angemeldet.
Wie das Leben so spielt, wurden zu guter Letzt einige krank, bzw. konnten aus anderen Gründen nicht dabei sein. Somit hatten wir uns halbiert und es waren noch 16 GäMSen, die sich in Neuastenberg getroffen haben.

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Wie immer waren wir bemüht so wenig Fahrzeuge wie möglich zu nutzen und Fahrgemeinschaften wurden gebildet. Pidder (der Gämsen“Vater“) nahm aus diesem Grunde noch einen kleinen Anhänger dazu und wir konnten unsere vielfältigen Ausrüstungsgegen-stände und Lebensmittel ohne Probleme transportieren. Als mittlerweile eingespieltes Team gab es eine Einräum- u. Bettenmach-Gruppe. sowie eine Grill- u. Essenszubereitungs-Gruppe. In Ermangelung von qualifiziertem Personal, bestand letztere nur aus Andreas, der aber wieder Mal auf den Punkt fertig wurde.

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Da diesmal das Wetter gut vorher gesagt war und wir es auch so antrafen, waren wir am 1. Morgen direkt am Fels, in der nahen „Steinkuhle“. Hier gibt es viele Routen zwischen 3. und 5. Grad zu klettern und außerdem ist das Gelände eben, mit Sitzgelegenheit und nicht zu viel Platz, was das Ganze überschaubar macht. Außerdem ist es ein Süd-Osthang, so dass schon morgens die Sonne auf den Fels scheint und ihn abtrocknet.

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3 Seile waren schnell eingehängt und von einer Aufwärmroute, bis zu einer Trickieroute war Alles dabei. Das schöne am Fels ist ja die Möglichkeit, wenn man das mit dem „Stehen“ einmal verstanden hat, in aller Ruhe seinen eigenen Weg zu ertasten. Nicht jeder von uns schafft immer alle angeboten Routen bis zum Top, aber jeder versucht es und es ist erstaunlich zu sehen, mit wieviel Biss jeder an’s Werk ging und wieviel Höhenmeter letztendlich von jedem erarbeitet wurden. So rund 6-7 Stunden haben wir dort geklettert und dann freute sich jeder auf eine Dusche und etwas Kühles zu trinken. Da wir der Einfachheit halber wieder grillten, war unser Spezialist Andreas wieder gefragt und der Rest von uns hatte mehr oder weniger eine Ruhepause. Danke dafür Andreas.

Es ist irgendwie schön und wohl auch ansteckend, wie gemeinsam gearbeitet wurde, z.B. beim Abräumen des Geschirrs und beim Spülen, Abtrocknen und Wegräumen. Das ging die gesamte Zeit ratzfatz und wenn man nicht aufpasste, dann nahmen sich ein paar Wenige die Unverfrorenheit heraus und erledigten die Arbeiten still und heimlich alleine, ein sehr egoistisches Verhalten, da doch sicher jeder unbedingt gerne mitgearbeitet hätte.

2. Tag, Sonne am Morgen. Wie abgesprochen suchten wir uns ein plattiges Gelände, wo jeder sich eine Demo von Thomas ansehen konnte in der er erklärte, warum und wie eine Route abgebaut wird. Dies konnte dann jeder in kleiner Gruppe üben und im Anschluss wurde an den echten Routen auf der geneigten Platte unter Aufsicht das erlernte geübt. Es macht dann schon nervös, wenn man sich unter Gebrauch einer Eigensicherung erstmals am Top einer Route ausbindet, umfädelt und wieder einhängt. Jeder hat es mit Bravur gemeistert und die Gruppe ist damit aus technischer Sicht gesehen in eine neue Liga aufgestiegen.

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Der Hammer war, das entgegen allen Wettervorhersagen, der Tag sonnig und trocken blieb. Als wir später nach Winterberg auf ein Eis fuhren stellte sich raus, dass es dort überall geregnet hatte und teilweise sogar heftig. Ja, ja, „Wenn Engel reisen“!!!!!!!

der 3. Tag begann ebenso mit Sonnenschein, wobei es in der Nacht etwas geregnet hatte. Die Kletterwahl der Gruppe fiel auf den „Kapplerstein“, ca. 28 Km von der Sauerlandhütte entfernt.

Zugegeben, ich kannte das Gebiet und es war von Anfang an kein Geheimnis, dass es sich dabei nicht um einen Kindergeburtstag handelt. Der Vorteil des Gebiets ist wieder seine Überschaubarkeit, sowie die Möglichkeit, mit wenigen Schritten von der Strasse aus erreichbar zu sein.

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Die Routen allerdings sind überwiegend deutlich länger und viel technischer als die, der Gruppe bisher bekannten.

Nein, wer hier klettern will, der muss schon eine bestimmte Leidensfähigkeit mitbringen und das, tun die „Gämsen“. Es wurde sich gequält, bis die Arme schlapp runter hingen oder die Beine keine Standfestigkeit mehr hatten. Aber es wurde geklettert, als gäbe es kein Morgen. Hier konnte jetzt jeder zeigen, was er so gelernt hatte und die Sichernden trauten ihren Augen nicht, was in vermeintlich schweren Routen zu Wege gebracht wurde. Da liefen sogar die Freudentränen nach erfolgreichem Durchstieg.

Die Feuertaufe schlechthin traf unseren „Gämsenvater“, nicht zu verwechseln mit dem „Gämsenpeter“. Der „Gämsenvater“ stieg in die letzte Route ein, bei bedenklich dunklem Himmel. Es dauerte dann auch nicht lang und die ersten, dicken Tropfen fielen vom Himmel. Da der Felsen aber noch trocken blieb, kletterte unser „Pidder“ die Route durch und sozusagen als Kür, baute er erstmalig, unter realistischer Situation eine Route als letzter ab und brachte unser Sicherungsmaterial wieder mit nach unten. Glückwunsch min Jong, das hast’e jut jemagt.

Das war der Schlusspunkt unserer Fahrt. Mit Starkregen fuhren wir in die Hütte und es wurde drauflosgekocht, denn es hieß jetzt, resteverwerten.

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Als Resume würde ich sagen, es war ’ne tolle Fahrt mit tollen Leuten und tollem Wetter, wie sie kaum hätte schöner sein können.

Die Arbeit für unsere Reise im nächsten Jahr hat bereits begonnen und freue mich schon jetzt darauf. Bleibt Alle wie ihr seid und fahrt nächstes Jahr wieder mit, dann wird die Tour genauso klasse.

P.s. Weitere Fotos zu der Fahrt findet ihr wie immer in der „Galerie“

Text Peter W.